DFG startet erste Nachwuchsakademie im Bereich Neurosensorik

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) startet zur Thematik "Neurosensorik: Protektion – Regeneration – Restitution" die erste Nachwuchsakademie in diesem Fachgebiet. Der Fokus der Initiative liegt auf neurodegenerativen Erkrankungen von Auge und Ohr.

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Programm

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Sunday, March 08 - Welcome Reception

at restaurant “Kelter”, Schmiedtorstraße 17, Tübingen

19:00 Welcome by Eberhart Zrenner,
Coordinator of the ‘Nachwuchsakademie’
19:30 Brief presentation of each of the 20 workshop participants
20:30 Dinner

Monday, March 09 - Physiology and Pathophysiology of the Eye

09:00 – 09:15 Introduction
Hubert Löwenheim, Co-Coordinator of the ‘Nachwuchsakademie’
09:15 – 09:45 Sascha Dammeier, Tübingen
Molecular signatures of the eye - the future of diagnostics?
9:45 – 10:15 Andreas Reichenbach, Leipzig
Pathophysiology of retinal neuroglia
10:15 – 10:45 Coffee Break
10:45 – 11:15 Bernd Wissinger, Tübingen
The genetic complexity of inherited retinal disorders
11:15 – 12:15 Keynote:
Yvan Arsenijevic, Lausanne, Switzerland
Retinal degeneration: Building the road towards the clinic
12:15 – 12:45 Anthony Gummer, Tübingen
Biophysics of sound processing in the cochlea
12:45 – 13:45 Lunch
13:45 – 15:45 Meet the Expert
(meeting with A. Reichenbach and Y. Arsenijevic in groups of 10, parallel events)
15:45 – 16:30 Coffee Break (and transport)
16:30 – ~19:00 Lab visits
(at the Institute for Ophthalmic Research (labs of M. Ueffing, M. Seeliger, B. Wissinger) and otologic research group (A. Gummer), parallel events) including project-oriented group work and guidance
19:30 Joint Dinner (“Wurstküche”, Am Lustnauer Tor 8, www.wurstkueche.com)

Tuesday, March 10 – Physiology and Pathophysiology of the Ear

09:00 – 09:30 Eberhart Zrenner, Tübingen
Artificial vision: How to restore visual functions by means of technology
09:30 – 10:00 Marlies Knipper, Tübingen
Learning about hearing disorders (deafness, age, tinnitus) from mice/rat animal models
10:00 – 10:30 Yehoash Raphael, Michigan, USA
AAV gene therapy for the inner ear
10:30 – 11:00 Coffee Break
11:00 – 11:30 Hubert Löwenheim, Oldenburg
Inner ear cell regeneration - principles and cell cycle regulation
11:30 – 12:30 Keynote:
Ernst Bamberg, Frankfurt
Microbial Rhodopsins: Molecular Mechanism and Optogenetics
12:30 – 13:45 Lunch
13:45 – 15:45 Meet the Expert
(meeting with Y. Raphael, Hubert Löwenheim, E. Bamberg, parallel events)
15:45 – 16:30 Coffee Break (and transport)
16:30 – ~19:00 Lab visits
(at the Institute for Ophthalmic Research (labs of E. Zrenner, T. Euler) and otologic research groups (M. Knipper, H. Löwenheim), parallel events) including project-oriented group work and guidance
  Free Evening

Wednesday, March 11 – Regeneration and Stem Cells

09:00 – 09:30 Thomas Lenarz, Hannover
Audiobionic – How to restore hearing by means of technology
09:30 – 10:00 Francois-Paquet-Durand, Tübingen
Cell death mechanisms in diseases of the neurosensory system: Implications for neuroprotective treatment
10:00 – 10:30 Tom Reh, Seattle, USA
Regenerative medicine for retinal disease: transplants, gene therapy or small molecules?
10:30 – 11:00 Coffee Break
11:00 – 11:30 Stefan Heller, Stanford, USA
Inner ear cell regeneration - stem cells and pathways
11:30 – 12:30 Keynote:
Marius Ader, Dresden
Stem cells – Transplantation - Retina
12:30 – 13:45 Lunch
13:45 – 16:00 Meet the Expert
(meeting with T. Reh, S. Heller, M. Ader, parallel events)
16:00 – 16:30 Coffee Break
16:30 – 18:00 Presentation by DFG representative: Questions and Answers (Roland Krüppel, Bonn)
19:00 Guided tour at the monastery Bebenhausen,
followed by joint dinner

Thursday, March 12 – Signal Processing and Plasticity

09:00 – 09:30 Thomas Euler, Tübingen
What the mouse eye tells the mouse brain – “fingerprinting” retinal ganglion cells
09:30 – 10:00 Mathias Seeliger, Tübingen
Exploring the formation of vision in the outer retina based on morphology and function in health and disease
10:00 – 10:30 Andrej Kral, Hannover
Deficits in cortical microcircuitry after congenital auditory deprivation
10:30 – 11:00 Coffee Break
11:00 – 11:30 Werner Hemmert, München
Modeling cochlear implants and electrical stimulation of the nerve
11:30 – 12:30 Keynote:
Martin Schwab, Zürich, Switzerland
Sprouting and long distance growth of injured axons, compensatory circuit formation and function repair after optic nerve and CNS lesions
12:30 – 13:30 Lunch
13:30 – 15:30 Meet the Expert
(meeting with A. Kral, M. Schwab, T. Lenarz, W. Hemmert + G. Zeck, parallel events)
15:30 – 16:00 Coffee Break
16:00 – 17:00 Engineering Seminar: The Challenge of Development
(Werner Hemmert, München, and Günther Zeck, Reutlingen)
17:00 – 18:30 Soft Skill Seminar
(Thomas Wheeler-Schilling, Tübingen)
18:30 – 19:00 Marius Ueffing, Tübingen
Bridging the gap: Translational research in modern medicine
  Free Evening 

Friday, March 13 – Presentation of the 20 project outlines

08:30 – 10:00 Project outlines (8‘ +7‘ discussion each)
Presented by participants 1-6
10:00 – 10:30 Coffee Break
10:30 – 12:00 Project outlines (8‘ +7‘ discussion each)
Presented by participants 7-12
12:00 – 13:30 Lunch
13:30 – 15:30 Project outlines (8‘ +7‘ discussion each)
Presented by participants 13-20
15:30 – 16:00 Coffee Break
16:00 – 17:30 Evaluation, final discussion
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Zielsetzung der Nachwuchsakademie

Im Rahmen der ersten Nachwuchsakademie "Neurosensorik" soll hervorragend qualifizierten jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Möglichkeit geboten werden, in diesem innovativen, interdisziplinären und organübergreifenden Feld ihre persönlichen Forschungsthemen zu entwickeln, mit beratender Unterstützung erfahrener Wissenschaftler ihr Forschungsvorhaben auszuarbeiten und für einen DFG-Erstantrag vorzubereiten. Insbesondere sollen ihnen Impulse zur wissenschaftlichen Weiterqualifikation gegeben werden durch Diskussionen mit einschlägig ausgewiesenen nationalen und internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Die Nachwuchsakademie hat auch den Anspruch, die Bedeutung des interdisziplinären Austauschs erfahrbar zu machen.

Neurosensorische Erkrankungen gehören zu den chronischen Erkrankungen, von denen die meisten bislang häufig nicht adäquat und auf kausaler Grundlage behandelt werden können. Funktionsverluste beim Sehen und Hören bedeuten für die Betroffenen in einer von Kommunikation und Mobilität abhängigen Gesellschaft erhebliche Einschränkungen. Akuter Forschungsbedarf besteht in der Entwicklung eines diagnostischen Instrumentariums auf molekularer und zellulärer Ebene und neuer therapeutischer Ansätze für die breitere Anwendung als bisher. Speziell neuroprotektive und gentherapeutische Verfahren am Auge erscheinen aufgrund bisheriger Studien vielversprechend, neben stammzellbasierten Ansätzen und der Neuroprothetik. Eine stärkere Kooperation von chirurgisch und internistisch ausgerichteten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit grundlagenwissenschaftlichen und klinischen Neurowissenschaftlern wie auch Biochemikern und Pharmakologen in den Neurosensorik-Fächern bei der Entwicklung neuer Therapieoptionen ist von hoher Bedeutung.

Bewerbung und Ablauf der Nachwuchsakademie

Die Nachwuchsakademie findet vom 9. bis 13. März 2015 an der Universität Tübingen statt. Interessenten bewerben sich mit ihren bisher erbrachten wissenschaftlichen Leistungen sowie einer kurzen Skizze für ein wissenschaftliches Forschungsprojekt aus dem Bereich der regenerativen Medizin für neurosensorische Erkrankungen von Auge und Ohr.

Nachwuchsakademie Teil I

Im Rahmen der einwöchigen Nachwuchsakademie stellen die 20 ausgewählten Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler ihre Projektideen vor. Eine Gruppe von nationalen und internationalen Experten referiert den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Entwicklungen im Fach Neurosensorik und steht in Arbeitskreisen zur Diskussion der Projektskizzen und für weiterführende Beratung zur Verfügung. Vorträge, Seminare, Laborbesuche und Einzelgespräche vermitteln den jungen Forscherinnen und Forschern vertiefte Einsichten in das Management von Karrieren in der Wissenschaft.

Die Hinweise und Ratschläge sollen es den jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern erleichtern, am Ende der Akademiewoche eigene Projektanträge an die DFG auszuarbeiten. Des Weiteren steht die frühe interdisziplinäre Vernetzung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Vordergrund. In Kleingruppen wird dazu beispielhaft über interdisziplinäre Forschungsthemen diskutiert; mögliche Themen für gemeinschaftliche Forschungsprojekte sollen identifiziert und gegebenenfalls ausgearbeitet werden. Jeder Kleingruppe werden zur Unterstützung bereits im Vorfeld der Akademie Mentoren (ausgewiesene Expertinnen und Experten) zugewiesen.

Nachwuchsakademie Teil II

Im 2. Teil der Nachwuchsakademie wird den Teilnehmenden der ersten Phase angeboten, ihre selbstständig ausgearbeiteten Projektskizzen für eine erste Finanzierung bei der DFG als Sachbeihilfe einzureichen. Die Anträge sollten zeitlich und im Gesamtumfang begrenzt sein und die Teilnehmenden in die Lage versetzen, Vorarbeiten zu erbringen, um darauf aufbauend zu einem späteren Zeitpunkt umfangreichere Anträge bei der DFG oder anderen Förderorganisationen stellen zu können. Es gilt das DFG-Merkblatt für Anträge auf Sachbeihilfen. Weitere Details werden im Rahmen der Nachwuchsakademie vorgestellt.

Termine in der Übersicht

Bewerbungsschluss: 30.11.2014
Information über die Annahme zur Nachwuchsakademie: Januar 2015
Nachwuchsakademie in Tübingen (Teil I): 9.– 13.3.2015

Gefördert durch die

Die Nachwuchsakademie zur Thematik "Neurosensorik: Protektion - Regeneration - Restitution" wird von der DFG gefördert (ZR1/22-1)